FIM - Frauenrecht ist Menschenrecht e.V.:Mentoring für Kinder

Beratungs- und Informationszentrum für Migrantinnen und ihre Familien

Gib einem Kind Deine Hand

Ein ganzheitliches Förderprogramm für Kinder und Jugendliche aus Migrantenfamilien

In der Beratungsarbeit mit den Frauen und ihren Familien wird oft deutlich, dass einige Kinder aus den ratsuchenden Familien vor großen Herausforderungen stehen. Diese Kinder und Jugendlichen bräuchten einen Menschen, der sie ab und zu an die Hand nimmt, ihnen zuhört, ihnen Mut macht, sie zuversichtlicher werden lässt.

Für sie wurde am 1. Oktober 2011 das Projekt „Gib einem Kind Deine Hand“ gestartet. Ein Baustein des Projekts ist die individuelle Begleitung der Kinder und Jugendlichen durch freiwillige Mentoren, das „Mentoring“. Daneben sieht das Projekt die Stärkung der Eltern durch gezielte Informationsarbeit im Hinblick auf die Förderung ihrer Kinder vor.

Zeichnung Mentoring o.Signatur

Zielgruppe und Ziele

1. Zielgruppe

Das Projekt „Gib einem Kind Deine Hand“ ist für Kinder und Jugendliche bestimmt, deren Mütter sich aufgrund ihrer schwierigen aktuellen oder vergangenen Lebenssituation bei FIM in einer Einzelfallberatung befinden.

2. Was ist das Ziel?

Ziel ist es, die Kinder und Jugendlichen zu stärken, sie in der Entwicklung ihrer Persönlichkeit zu unterstützen und ihre Teilhabe an Bildungschancen und an Sport, Musik oder Kultur zu verbessern. Wir wünschen uns, dass sich die Kinder und Jugendlichen entsprechend ihren individuellen Möglichkeiten entfalten können.

3. Welche Wirkungen erhoffen wir uns?

Wir hoffen, dass die Kinder und Jugendlichen, die an dem Programm teilnehmen:

  • zuversichtlicher und selbstbewusster werden,
  • dass ihre Motivation, zu lernen, sich zu bilden, am sozialen Leben teilzunehmen, wächst,
  • dass sie vermehrt schulbegleitende Fördermöglichkeiten in Anspruch nehmen, verstärkt an außerschulischen Aktivitäten aus dem sportlichen und kulturellen Bereich teilnehmen.

Mentoring

1. Worin besteht es?

Die Kinder und Jugendlichen erhalten von einem/einer Mentor(in) über einen längeren Zeitraum individuelle Zuwendung und Aufmerksamkeit und werden auf diese Weise in ihrer Entwicklung unterstützt. Die Tandems – Mentor(in)/Kind – treffen sich ca. einmal wöchentlich, um gemeinsam in Frankfurt etwas zu unternehmen. Sie entscheiden frei über die Gestaltung ihrer gemeinsamen Zeit – maßgeblich sind die Interessen und Bedürfnisse des Kindes/Jugendlichen. Sie können z.B. etwas basteln oder kochen, in die Kinderbibliothek gehen, zusammen Fahrrad fahren üben, sich den Hausaufgaben widmen oder einfach spazieren gehen und sich über „Gott und die Welt“ unterhalten. Bei den gemeinsamen Aktivitäten erhält das Kind vielfältige Anregungen, macht gemeinsam mit seinem/seiner Mentor(in) neue Erfahrungen, lernt andere Perspektiven kennen und wird auf ganz natürliche Weise gefordert und gefördert.

2. Was steckt dahinter?

Für die Kinder und Jugendlichen aus den ratsuchenden Familien ist es oft von unschätzbarem Wert, dass eine Person ihnen stressfrei Zeit und Aufmerksamkeit schenkt. Dies bedeutet eine Wertschätzung für das Kind/Jugendlichen, was Zuversicht schafft, Mut bringt und das Selbstbewusstsein stärkt. Dies wiederum ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass Kinder und Jugendliche verstärkt Verantwortung für das eigene Leben übernehmen können und motiviert sind, die sich ihnen bietenden Chancen zur Integration in die hiesige Gesellschaft und das deutsche Bildungssystem zu nutzen.

Mentor(inn)en haben durch ihr Engagement die Chance, die Zukunftsperspektiven eines Kindes oder Jugendlichen nachhaltig positiv zu beeinflussen. Sie erhalten die Möglichkeit, vorhandene wertvolle Ressourcen – ihre Lebenserfahrung, ihre Bildung, ihre Interessen – innerhalb eines wichtigen sozialen Engagements sinnvoll nutzbar zu machen

3. Wer kann Mentor(in) werden?

Mentor(in) kann jede(r) werden, die/der

  • für mindestens ein Jahr regelmäßig etwas Zeit investieren kann (ideal: einmal pro Woche)
  • am Erfahrungsaustausch mit den anderen Mentor(inn)en teilnehmen will
  • 18 Jahre oder älter ist
  • fließend deutsch spricht

4. Was können Mentor(inn)en erwarten?

Ein wesentliches Merkmal des Projekts ist die direkte Anbindung des Mentoring an FIM und somit an die fachliche und interkulturelle Kompetenz der FIM-Beraterinnen. Die Vorbereitung der Mentor(inn)en auf ihre Arbeit und deren Begleitung und Unterstützung während des Engagements erfolgt durch eine fachlich qualifizierte Koordinatorin in enger Abstimmung mit den FIM-Beraterinnen. Mit dieser Anbindung wird die Qualität des ehrenamtlichen Engagements bei dieser verantwortungsvollen Aufgabe sichergestellt.

Im Einzelnen bietet FIM den Mentor(inn)en:

  • Eine Vorbereitung auf ihre Aufgabe und ihre Rolle und eine professionelle Begleitung während ihres Engagements
  • Tipps und Anregungen für die gemeinsame Zeit mit dem Kind/Jugendlichen
  • Raum und Offenheit für ihre Ideen, Vorschläge, Erfahrungen, etc.
  • Erfahrungsaustausch mit den anderen Mentor(inn)en, begleitet von einer hauptamtlichen FIM-Beraterin
  • Input von externen Fachkräften zu von ihnen gewünschten Themen und Fragestellungen

Die Mentor(inn)en sind während ihres Engagements bei FIM haftpflicht- und unfallversichert. Bei Bedarf ist die Erstattung von Kosten möglich.

Haben Sie Interesse oder Fragen? Sprechen Sie uns an - wir freuen uns auf Sie!

Ansprechpartnerin: Karen Chautard
Telefon: 069 - 970 97 97 - 20
Karen.Chautard@fim-beratungszentrum.de

Empowerment der Eltern

Die Förderung der Kinder und Jugendlichen durch die Inanspruchnahme von schulbegleitenden oder vorschulischen Bildungsangeboten bleibt in der Verantwortung der Eltern bzw. der alleinerziehenden Mütter. Um die Inanspruchnahme solcher Angebote für ihre Kinder zu fördern, werden die Eltern bzw. Mütter auf regelmäßig bei FIM stattfindenden Informationstreffen über bestehende Bildungsmaßnahmen informiert und dabei unterstützt, diese für ihre Kinder in Anspruch zu nehmen. Die Eltern / Mütter werden dabei auch über Möglichkeiten der Freizeitgestaltung für ihre Kinder informiert.

Damit wird das Ziel verfolgt, das Verständnis der Eltern für die gesellschaftlichen und schulischen Anforderungen zu verbessern. Gemeinsam mit ihnen soll versucht werden, sowohl die eigenen Potenziale der Familie zu aktivieren, als auch bestehende Hilfsangebote sinnvoll zu nutzen.

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