Beratungs- und Informationszentrum für Migrantinnen und ihre Familien

Wer ist betroffen?

Sogenannte „Ehrverbrechen“ sind vor allem in traditionellen, patriarchalisch strukturierten Gesellschaften anzutreffen, in denen die Ehre der Familie an das normgerechte sittliche Verhalten der weiblichen Familienmitglieder gebunden wird.

Zwangsverheiratungen und andere Ehrverbrechen sind weniger religiös als durch Kultur und Tradition motiviert. Sie finden sich nicht nur im islamischen Kulturkreis, sondern es gibt auch Fälle in hinduistischen und in christlichen Familien. Dass in Deutschland besonders viele Zwangsverheiratungen bei Menschen aus der Türkei bekannt wurden, erklärt sich auch daraus, dass sie die größte Einwanderergruppe sind.

Die Gewalt betrifft in erster Linie Mädchen und junge Frauen. Ihnen kann in traditionell patriarchalisch strukturierten Gesellschaften Gewalt „im Namen der Ehre“ drohen, wenn …

  • sie sich den Zukunftsplänen der Familie entziehen und ihren Partner frei wählen wollen
  • sie Widerstand gegen eine Heirat mit einem nicht frei gewählten, sondern von der Familie ausgesuchten Mann zeigen
  • sie eine außereheliche oder eine durch die Familie nicht geduldete Liebesbeziehung führen
  • sie sich aus einer bestehenden, von der Familie befürworteten Ehe lösen wollen
  • sie bei der Trennung von diesem Mann für die gemeinsamen Kinder sorgen wollen

Auch einem Mann kann Gewalt „im Namen der Ehre“ drohen, wenn...

  • er eine junge Frau liebt, sich mit ihr trifft bzw. mit ihr zusammen lebt und wenn deren Familie mit dieser Beziehung nicht einverstanden ist
  • er eine Beziehung mit einer verheirateten Frau beginnt und diese aus diesem Grund ihren Ehemann verlässt
  • er sich selbst einer Zwangsverheiratung entziehen will

FIM berät auf Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Tagalog, Thailändisch, Tigrinya und Amharisch.

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