Beratungs- und Informationszentrum für Migrantinnen und ihre Familien

Konzept: Bildungsangebote für Migrantinnen

Die Erfahrungen von FIM haben gezeigt, dass mangelnde Sprachkenntnisse, Angst vor großen Gruppen mit Männern und Frauen verschiedener Nationalitäten und oftmals hohe Kosten dazu führen, dass Migrantinnen die regulären Angebote z.B. der VHS oder anderer Bildungsträger nicht nutzen (können). Deshalb stellt FIM diesen Zielgruppen ausgewählte Sprach- und Berufsbildungsangebote zur Verfügung. Es handelt sich um Maßnahmen mit besonders niedrigschwelligen Zugangs- und Teilnahmebedingungen.

Zielsetzungen:

Die von FIM angebotenen Sprach- und Integrationsbildungsprojekte sollen Migrantinnen ansprechen, die aufgrund ihrer persönlichen Hintergründe sowie ihrer aktuellen Lebenssituation von der deutschen Kultur "noch ganz weit weg" sind. Diese Frauen würden an den Kursen und Lehrgängen regulärer Bildungsträger zunächst nicht teilnehmen.

Die Bildungsprojekte von FIM ebnen weiteren Schritten in ein selbstbestimmtes Leben in der deutschen Gesellschaft den Weg:

  • Sie bereiten auf den Besuch weiterer Bildungsveranstaltungen (vorwiegend Sprachkurse) durch das Erlernen von Basiskenntnissen, durch Informationsvermittlung und Beratung vor.
  • Sie unterstützen die Frauen, die erwerbstätig werden wollen.
  • Sie sind Projekte des Empowerment: Sie stärken das Selbstwertgefühl der Frauen, helfen beim Abbau von Hemmungen und Ängsten vor sprachlich, kulturell und geschlechterspezifisch gemischten Gruppen und fördern die Einbindung der Frauen in soziale Kontakte und Netzwerke.
  • Sie übernehmen Mittler- und Integrationsfunktionen zwischen den kulturellen Erfahrungen der Migrantinnen und der bundesdeutschen Gesellschaft.

    Zentral ist ein niedrigschwelliges Angebot, so dass Hemmschwellen der Migrantinnen gegenüber einer Kursteilnahme möglichst nicht entstehen.

Elemente dieses niedrigschwelligen Angebots sind:

  • Die Lehrkräfte sind in der Regel Landsfrauen.
  • Sie unterstützen die Frauen, die erwerbstätig werden wollen.
  • FIM ist bei Migrantinnen als Organisation bekannt, in der Landsfrauen anzutreffen sind. Es gibt Mund-zu-Mund-Propaganda.
  • Es bestehen keine beschränkenden Teilnahmebedingungen.
  • Der Teilnehmerinnenkreis ist auf bestimmte "homogene" Gruppen - z.B. ausschließlich Frauen aus Thailand - festgelegt.
  • Es werden besonders niedrige Kursgebühren erhoben, und einzelfallbezogene finanzielle Regelungen sind möglich.


Die Förderung von Migrantinnen-Netzwerken durchzieht alle Bildungsangebote durch:

  • gemeinsame Gestaltung von Feiern in den Lehrgängen;
  • Informationsweitergabe über Migrantinnen-Selbsthilfeorganisationen;
  • Anregung von Selbsthilfeaktivitäten.


Die Verbindung von Einzelfallhilfe mit Bildungsangeboten

Einige Kursmodule sind als Gruppenberatung konzipiert. Darüber können weiterer Einzelberatungsbedarf erkannt und die Einzelberatungsmöglichkeiten von FIM vorgestellt werden. Die Kurse ebnen so den Zugang zu notwendiger Einzelfallhilfe. Ebenso kann die Kursteilnahme parallel zur Einzelberatung die Integration und Stabilisierung der Migrantinnen unterstützen.

Alle Bildungsangebote haben einen zweifachen Lehrplan. Deutsch und PC-Grundkenntnisse werden anhand von Themen und Inhalten unterrichtet, die für ein selbstbestimmtes Leben der Migrantinnen in Familie und Gesellschaft von besonderer Bedeutung sind.

Die Lehrkräfte verzahnen dabei Informations- mit Lernphasen, auch Stadterkundungen mit Gruppenberatung.

Wir bieten wir in unseren Kursen (abgesehen vom Kindersprachkurs) regelmäßig Information und Beratung zu folgenden Themen an:

  • Bildungssysteme
  • Bildungsträger, besonders Sprachkursveranstalter in der Region
  • Bildungsberatung
  • MigrantInnenberatungsstellen
  • die Angebote von FIM
  • MigrantInnen-Netzwerke
  • Der Arbeitsmarkt für Migrantinnen
  • Arbeitsamt
  • Sozialamt
  • Gesundheitswesen, Ärzte
  • Erziehungsvorstellungen, Kindergarten und Schulsystem
  • Familienkonflikte, Rolle von Frauen und Männern

Besondere Interessen der Teilnehmerinnen werden berücksichtigt. Kinderbetreuung wird in einzelnen Kursen bei Bedarf angeboten.

FIM als Bildungsträger

Die Sprach- und (Berufs-) Bildungskurse können nur von einer Einrichtung durchgeführt werden, die über spezifisches fachliches und kulturelles Hintergrundwissen zu den Zielgruppen sowie über Kenntnisse zum aktuellen Bildungs- und Informationsbedarf der Zielgruppen verfügt. FIM hat dieses umfangreiche Hintergrundwissen (Einzelfallhilfe und Bildungsmaßnahmen seit mehr als 30 Jahren) und verfolgt mit seiner Arbeit die Verbesserung der Lebensbedingungen der Migrantinnen.

Als flexibel tätige NGO ist FIM sensibel für die Bedürfnisse und Interessen der Frauen. Es gehört zum Selbstverständnis von FIM, schnell auf Veränderungen zu reagieren. Eine angemessene Bedarfsermittlung ist dabei eng an die Sozialberatung bei FIM angebunden. Im Beratungskontakt mit den Klientinnen sowie durch den engen, beständigen Kontakt zu den Landsfrauennetzwerken werden Bedürfnisse und Interessen der Frauen direkt an FIM herangetragen. Gleichermaßen gibt FIM als spezialisierte Beratungs- und Informationsstelle im Bereich Migration Impulse an die Frauen und ist darauf bedacht, ein breites Interesse für die Angebote zu wecken.


FIM berät auf Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Tagalog, Thailändisch, Tigrinya und Amharisch.

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